Tag 4: Schlanders – Eppan


Gesamte Tourdaten
385 km – ↑ 5.500 hm – ↓ 6.900 hm – 6 Tage


Etappenlänge
83 km – ↑ 1.039 hm – ↓ 2.036 hm


Zwischenstationen

  • Schlanders
  • Naturns
  • Raabland
  • Gondelfahrt nach Aschbach
  • Naturnser Alm
  • Vigiljoch
  • Lana
  • Eppan
  • Unterkunft: Waldhof

Tourbeschreibung

Es war die ganze Nacht sehr heiß & schwül, was sich am morgen nicht ändert. Aber lieber so als kalt & Regen. 

Heute gibt es wieder zwei Möglichkeiten der Streckenführung: Über den Radweg nach Maran und dann weiter nach Eppan oder unsere ausgewählte Variante bis nach Raabland, mit der Seilbahn nach Aschbach um dann 600 hm zur Naturnseralm um übers Vigiljoch nach Eppan zu fahren.

Gut gestärkt durch ein klasse Frühstück machen wir los. Die ersten 28 km auf Radweg nach Raabland verfliegen gerade so, es geht immer leicht bergab, sanfte Abkühlung erfolgt durch den uns begleiteten Fluss Etsch. An der Gondelstation gönnen wir uns eine Kleinigkeit zu trinken, die 800 m Auffahrt macht Spaß ohne mal kurbeln zu müssen.

Auf den nächsten 7 km dürfen wir 600 hm überwinden, das sind im Schnitt 8,5 % Steigung. Was nicht heißt, dass auch mal Rampen von 15% dabei sind, dafür gibt es auch ein paar flachere Stellen. Zum Glück verläuft ein Großteil der Strecke im schattigen Wald. Ab & zu gibt uns dieser die Sicht hinab ins Vinschgau frei. Was wir dort sehen gefällt uns gar nicht. Dunkle Gewitterwolken. In der Ferne hören wir die ersten Donner. Erst mal weiter kurbeln zur Alm, denn sollte es heftiger werden sind wir da oben in Sicherheit. Langsam aber ständig treten wir uns nach oben, Simone in ihrem eigenen Tritt, ich folge ihr. Nur nichts überstürzen und am Anfang eines Berges überziehen, auch 600 hm können unendlich erscheinen. Aber das macht sie genau richtig.

Die Donner werden häufiger, die Sonne ist verschwunden, es ist drückend heiß und auf der Alm sind es 30 Grad auf 1.922 m. Wir erhaschen einen Blick auf die andere Seite der Alm, wo unser Weg weiter führen soll und sieh da, strahlen blauer Himmel. Was für ein Kontrast. Die Alm ist also der Scheitelpunkt der Schlecht-Wetter-Front. Solange es bei uns nicht regnet genießen wir eine Kleinigkeit zu Essen und 2 kühle Weizenbier. Im Tal schüttet es.

Die Wetterapp zeigt, dass diese Gewitterfront nicht in Richtung unseres heuten Etappenziel zieht. Somit nehmen wir den nächsten Abschnitt unserer Route in Angriff. Erst noch mal weiter hinauf zum höchsten Punkt unserer Alpenüberquerung auf 2.190 m, dann rüber zum Vigiljoch 1.747 m um uns anschließend hinab nach Lana auf 250 m zu stürzen. Tolle Wege, teils Trails, teils Schotter, beigleitet durch herrliche Fernblicke hinab ins Tal. Das könnte ewig so weiter führen. Ab und zu ist stehen bleiben angesagt, um die Bremsen abkühlen zu lassen. Auch die Hände bedanken sich dafür. Im Hintergrund das Grollen des Donners aus dem Vinschgau. Die drückende Hitze, die, je weiter wir nach unten gelangen wie ein heißer Föhn auf den Körper trifft. Das alles macht uns dennoch einen mords Spaß.

Der letzte Abschnitt des Tages hat es noch mal in sich, denn bei der Hitze durch die Apfel & Weinplantagen zu radeln ist kein wirkliches Vergnügen. Aber diese Abschnitte sind halt der Zubringer zu den Hotels und müssen leider auch sein. Aber Simone und ich sind uns einig, lieber länger auf Pfaden & Schotter unterwegs (auch wenn es bergauf geht) als diese ewig langweiligen Radwege. Vielleicht denken wir bei „normaler“ Temperatur auch anders, aber bei 40 Grad, die der Tacho anzeigt, kein Zuckerschlecken.

Nach schier endlosen 20 km kommt es zu guter Letzt noch mal dicke:
Zum Hotel geht es wieder einmal 200 Höhenmeter bergauf. Irgendwie hatten wir das verdrängt oder sollte ich sagen: Wer hat das denn geplant? Eine kleine, kaum befahrbare Straße führt uns 15% hinauf, wir laufen ab & zu. Vor einer Kurve streckt uns ein Blech Dinosaurier die Zunge raus als ob er uns verspotten möchte. Glücklich aber kaputt erreichen wir unser Ziel. Der Inhaber begrüßt uns, lässt uns am Hoteleingang auf einer Launch nieder und spendiert uns erst mal ein kaltes Getränk nach Wahl – das nenne ich einen Empfang!

Es dauert nicht lange, da genießen wir den Pool, das Essen, das tolle Ambiente und lassen im Gedanken den Tag revue passieren. Morgen ist schon der vorletze Tag – die Zeit vergeht wie im Flug!



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