Tag 2: Zenisjoch -> Scoul


Gesamte Tourdaten
363 km – ↑ 11.020 hm – ↓ 12.916 hm – 6,5 Tage


Etappenlänge
54 km – ↑ 1.630 hm – ↓ 2.247 hm – Fahrzeit: 6:10 Std.


Zwischenstationen

  • Zenisjoch
  • Galtür
  • Ischgl
  • Bodenalpe
  • Heidelberger Hütte
  • Fimberpass
  • Griosch
  • Scoul
  • Unterkunft: Youth Hostel

Tour Beschreibung

Bewölkter Himmel, in der Nacht hatte es anständig geregnet! Nach einem tollen Frühstück packen wir alles zusammen, machen wir die Räder fertig und auf geht es zum nächsten Abenteuer.

Zunächst auf einem schönen Trail und Schotterpfad Richtung Galtür. Vor Galtür sieht man die auf einer Länge von 350 Meter die riesigen Fangmauern und hohen Walle, die nach dem Lawinenunglück errichtet wurden. Der Tod kam damals am Nachmittag mit 250 Stundenkilometern. Am 23. Februar 1999 um 16.00 Uhr stürzen die Schneemassen ins Tal. Am Ende starben im Paznauntal 38 Menschen. An das Datum kann ich mich noch genau erinnern, es war an meinem Geburtstag.

Immer dem Fluss Trisanna linksseitig auf einem Schotter und Wiesenweg folgend geht es durch Galtür. Wir überqueren die Hauptstraße und folgen weiter dem Fluss, jetzt aber auf der rechten Seite. Es erwartet uns eine herrliche Schlucht auf circa 5 Kilometer Länge, der grobe Schotterweg führt bis Ischgl, macht zwar etwas Mühe beim Fahren, aber dennoch riesigen Spaß! Ischgl selbst durchfahren wir nicht, wir kommen an einem Waldrand circa 120 Höhenmeter oberhalb heraus. Langsam schwinden unsere Kräfte, wir sind schon ziemlich müde.

Ich bin bis jetzt immer die Straße zur Bodenalpe hoch gekurbelt, heute habe ich mir den Schotterweg ausgedacht. Der ist etwas länger, aber vielleicht nicht ganz so steil. An der Gondelstation vorbei (hier wird kräftig gebaut) und auf Serpentinen an Höhenmeter gewinnen. Auch hier wird die Schotterstraße ausgebessert. Ich muss aber sagen, es fährt sich etwas besser als die Straße, obwohl es dennoch sehr steil ist und uns manches mal zum Schieben zwingt. Wir treffen wieder auf die kleine Straße und kommen direkt an der Bodenalpe vorbei. Kurze Pause.

Es steigt stetig an, der Schotterweg zieht sich nach oben, die dunklen Wolken sehen bedrohlich aus. Eine kleine Abfahrt an einem Bach vorbei und wir sehen es zu spät: Der Weg ist etwas überflutet vom Regen der Nacht. Mein Zeigefinger erreicht rechtzeitig den Auslöser meiner Camera und 2 tolle Bilder von Thomas enstehen.

Wir erreichen auf 2.130 Meter die «grüne Grenze» Österreich / Schweiz an einer kleinen verlassenen Zollhütte. Es ist genug Zeit für eine kleine Pause einzulegen und Fotos zu machen, muss ja auch mal sein. Über leicht fahrender Schotter steigt der Weg bis zur Heidelberger Hütte. Eine Einkehr ist Pflicht, das obligatorische Weizen für die Energie und eine Gulaschsuppe für die innere Wärme müssen schon sein.

Die Heidelberger Hütte auf 2.264 Meter ist eine Schutzhütte der Sektion Heidelberg des Deutschen Alpenvereins im hinteren Fimbatal am Fuß des Fluchthorns (3.399 m) in der Silvretta. Sie ist die einzige Hütte des Deutschen Alpenvereins, die auf Schweizer Boden liegt, allerdings wird sie von Ischgl/Tirol aus bewirtschaftet. Erbaut wurde sie im Jahr 1889 und seither immer wieder erneuert und erweitert. Heute ist sie ein komfortabel ausgestattetes Schutzhaus mit Betten, Matratzenlager, Kalt- und Warmwasser (Duschen). Beliebt als Tourenstützpunkt ist sie vor allem im Winter und Frühling bei Skitourengehern, die von hier aus die Silvrettadurchquerung beginnen.

Jetzt beginnt der Aufstieg zum Fimberpass. Nicht ganz so schwer wie der Aufstieg zur Heilbronner Hütte am Vortag, dennoch für uns und viel andere, die wir antreffen, nicht fahrbar. Der Weg ist ausgewaschen. Kurze, heftig steile Passagen wechseln mit flacheren Teilstücken ab. 

Wir haben die insgesamt 2,5 Kilometer und 350 Höhenmeter in knapp einer Stunde hoch geschoben. Auf 2.600 Meter über dem Meer mit dem Bike zu stehen ist schon ein tolles und erhabenes Gefühl. Wir geben uns die Hand, dann schnell noch ein Gruppenfoto mit Selbstauslöser. Vom Gipfel aus ist der tolle Singletrail erkennbar. Ich kenne dieses Stück mittlerweile schon sehr gut, durch mein Endurobike und meine Erfahrung macht der Weg viel mehr Spaß und und ich muss kaum absteigen. Das Grinsen steht mir mitten ins Gesicht geschrieben.

Glücklich und alle unverletzt erreichen wir das Alp Chöglias, eine kleine aber geschlossene Hütte. Nochmals ein Kilometer den Berg hinab, manchmal auch in einem Flussbett entlang und dann erblicken wir wieder diese Brücke von allerfeinster Schweizer Baukunst. Ein Steinhaufen auf jeder Uferseite zusammengesetzt und mit einem Drahtgeflecht überzogen, darauf zwei größere Bretter gelegt, so steht sie vor uns. Etwas wacklig, aber sie hält uns aus. Wir folgen einem gut ausgebauten Forstweg weiter bis Griosch.

Nach einer rasanten Wiesenabfahrt und einem kleinen, aber coolen Wurzeltrail nach Vna, treffen wir auf das Kurhaus Val Sinestra, um dann einer Naturstraße folgend, Scoul zu erreichen. Unser Quarter heute aben ist das Youth Hostel Scuol . Der Flair einer modernen Jugendherberge sprüht uns entgegen. Erst mal ab unter die Dusche, fertig machen und eine gemütliche Gaststätte finden. Das war alles kein Problem, aber wir merken sofort, dass wir in der Schweiz angekommen sind. Für eine Pizza 20 € ist schon der Hammer. Sie war zwar lecker aber eins können wir sagen: „Die Schweizer spinnen“  😉

 

 


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