Tag 5: Sarntal -> Sankt Aponnolia


Gesamte Tourdaten 
468 km – ↑ 12.927 hm – ↓ 13.412 hm – 7,5 Tage


Etappenlänge
53 km – ↑ 2.133 hm – ↓ 2.193 hm – Fahrzeit: 6:30 Std.


Zwischenstationen

  • Sarntal
  • Öttenbacher Alm
  • Meraner Hütte
  • Auener Jöchl
  • Stoanane Mandln
  • Möltener Kaiser
  • Mölten
  • Vilpian
  • Sirmian
  • Nalles
  • Sankt Aponnolia
  • Unterkunft: Ebnerhof

Tour Beschreibung

Auf 10 km knapp 1.100 Höhenmeter, so soll der Biketag heute beginnen. Von Sarntal zur Meraner Hütte. Gefrühstückt haben wir gut, die Bikes sind in einem guten Zustand und das Wetter? Strahlend Blauer Himmel und jetzt schon sehr warm.

Die ersten 7 km und 500 hm verlaufen auf einer kleinen Straße, die sich per Serpentinen den Berg hochschlängelt. Wir kommen an 3-4 Wochenendhäuser vorbei, ab hier geht es auf einem sehr feinen Schotterweg weiter hinauf. Ab & zu schon steil, auch die Länge zwingt uns manchmal abzusteigen und unseren Allerwertesten eine Ruhepause zu gönnen.

An der Öttenbacher Alm machen wir Pause mit Fotostopp, Essen & Trinken wollen wir hier noch nicht. Dafür wollen wir die Meraner Hütte nutzen. Also die letzen 500 hm hoch treten und es erstreckt sich ein tolles Panorama ins Vinschgau. Zur Hütte rollen wir ein paar hundert Meter hinunter und genießen die Pause. Das erste was mir auffällt: Gleich am Eingang gibt es eine Ladestation für E-Bikes. Dieser Trend ist wohl nicht mehr aufzuhalten. Zwei obligatorische Weizenbier und eine guten Suppe später machen wir uns wieder los.

Das Auener Jöchl ist 4 km und 180 hm entfernt, das meiste müssen wir auf dem auf einem Pfad hinauf scheiben. Wow – hier oben hat man eine 360 Grad Rundumsicht. Man will gar nicht mehr weg, saugt nur noch tolle Bilder in den Kopf und in die Kamera. Es ist alles so friedlich, die Kühe sonnen sich, ein paar Wanderer genießen die Aussicht.

Auf gehts, erst mal auf einem kleinen Trail bergab. In einer scharfen Rechtskurve übersehe 2 größere Steine, das Vorderrad verhängt sich und mich schmeißt es von Rad. Das ganze aber bei sehr langsamer Geschwindigkeit. Zum Glück, einzig eine kleine aber heftig blutende Platzwunde unterhalb des rechten Knies habe ich davon getragen. Auswaschen, trocken lassen, weiter gehts.

Wir klettern über einen Zaun, der Weg führt uns hoch zu den Stoanane Mandln:

Auf dem Gipfelplateu des Schöneck im Sarntal erwarten den Wanderer über 100 sehenswerte Gestalten. Aus Steinplatten sind sie aufgetürmt die „Stoanernen Mandln“. Seit einem halben Jahrtausend stehen sie rund ums Kreuz und bewachen die „Große Reisch“Mannshoh warten sie auf und lassen sich bewundern.  Gerichtsprotokolle aus dem frühen Jahr 1540 besagen, daß zwischen den Steinfiguren Hexentänze und Teufelsfeiern veranstaltet wurden. Ob man dem Glauben schenken will, sei einem selbst überlassen. Die mystische Atmosphäre und der geheimnisvolle Zauber hier oben trägt einiges zu der fantastischen Aussicht bei. Ein lohnenswertes Ausflugsziel sind sie allemal, die Stoanernen Mandln!

Fotos, ein Eintrag ins Gipfelbuch und dann geht es auch schon wieder weiter. Es geht bergab – und wie – coole Trails, teilweise sehr ausgesetzt, aber fast immer noch fahrbar. Dann wieder schnelle Schotterpassagen, Flowtrails und ruppiges Gestein. Das hat Spaß gemacht, war zwar auch anstrengend aber echt toll. 10 km und 880 Meter tiefer kommen wir in Mölten raus.

Es ist verdamm heiß hier. Wir wollen hinunter nach Vilpian. Der Weg, den wir eingeschlagen hatten, war teilweise sehr ausgesetzt, Pfade wechseln sich mit kurzen Schotterstücken ab, mir hat es voll Spaß gemacht. Einzig Daniel fährt am Limit – nicht fahrtechnisch sondern seine Bremsbeläge. Er hat seine Ersatzbeläge zu Hause vergessen! Unsere waren nicht kompatibel zu seinen, also konnten wir ihm auch nicht aushelfen. Da die Trails immer steiler wurden hat er so manches mal Schieben müssen. Ich glaube daraus hat er gelernt und geht das nächste mal lieber 3 mal die Gepäckliste durch. 9 km und weitere 900 Meter tiefer sind wir alle heil und munter unten angekommen. 

In Nalles finden wir doch tatsächlich einen „Ghost Bikeshop“, vielleicht eine gute Gelegenheit, die verlorene Schraube und Bremsbeläge kaufen zu können. Bremsbeläge ja, Schraube leider nicht, die ist zu speziell und pro Rahmentyp anders. Aber dank einer Behelfskonstruktion mit Kabelbinder haben wir die Schwinge so gut fixiert, dass das Ganze bis zum Gardasee gehalten hat. Nebenan finden wir noch einen kleinen Lebensmittelmarkt. Wasserflaschen & ein kühles Eis helfen uns weiter, denn es wird am späten Nachmittag noch mal schwer.

6 km und 660 hm müssen wir noch machen, die Hitze ist enorm, knappe 33 Grad im Schatten. Es bleibt uns nichts anderes übrig – los gehts auf einer kleinen Straße immer bergauf nach Sankt Aponnolia zum Ebernhof, unser heutiges Etappenziel. Genau 1:15 Stunden später erreichen wir völlig fertig das Ziel. Der Hausherr begrüßt uns und ich kann seine ersten Worte noch genau hören: „Warum habt Ihr nicht angerufen, ich hätte euch mit Traktor & Anhänger unten abgeholt….“

Das Ehepaar ist echt cool drauf, es gibt hausgemachte Braten mit Knödel, wir lassen uns das Essen und das verdiente Bier schmecken. Was für ein Tag, ich möchte keine Minute vermissen – bis auf den kleinen Sturz vielleicht 😉

 

 


4. Tag 6. Tag


 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.