2006-Tag 7: Gavia-Pass -> Madonna Di Campiglio


Gesamte Tourdaten
468 km – ↑ 12.927 hm – ↓ 13.412 hm – 8 Tage


Etappenlänge
76 km – ↑ 2.198 hm – ↓ 3.240 hm – Fahrzeit: 6:06 Std.


Zwischenstationen

  • Gavia-Pass
  • Pezzo
  • Montozzo
  • Pejo
  • Fucine
  • Dimaro
  • Madonna di Campiglio
  • Unterkunft: Garni Hotel Arnica 

Tour Beschreibung

Morgens überrascht uns ein gutes Frühstück und ein Kaminzimmer voller trockener Klamotten. Ein Blick aus dem Fenster und sofort wissen wir: wieder alles richtig gemacht! Strahlender Sonnenschein, klare Sicht auf die umliegenden Gipfel – einfach traumhaft. Heute steht zunächst eine lange Abfahrt auf dem Plan: 13 Kilometer und rund 1.000 Höhenmeter hinunter, bevor unser Weg nach links abbiegt Richtung Montozzoscharte.

Doch zuerst ein kurioser Zwischenfall: Ein Auto hält, vier Leute steigen aus, setzen ihre Bikehelme auf, posieren eifrig am Gavia-Pass-Schild für ein gestelltes Foto und verschwinden dann wieder. Wir schauen uns an – ungläubig und lachend zugleich. Typen gibt’s, die gibt’s wirklich!

Die Abfahrt auf der legendären Gavia Passstraße beginnt. Berühmt aus dem «Giro d’Italia», früher Schotter, später asphaltiert – heute genießen wir einen tollen Schotterweg, der um den Berg herumführt. Der Wind peitscht uns ins Gesicht, trotz Sonnenschein ist es empfindlich kalt. Buff über Nase und Ohren gezogen, stürzen wir uns in die Abfahrt. Kilometer für Kilometer, kaum treten, die Beine lassen einfach mitrollen. Je weiter ins Tal, desto wärmer wird es. Kurz vor dem Abzweig nach Pezzo eine kleine Pause an einem Grillplatz – herrlich warm, die Aussicht grandios.

Und siehe da: Thomas und Gerhard, unsere Begleiter aus Österreich, kommen von Ponte di Legno herauf. Gestern Abend hatten sie in der Stadt Probleme, ein Zimmer zu finden – ein Fest hatte alles ausgebucht. Wir lächeln still in uns hinein: unsere spontane Entscheidung auf dem Pass war goldrichtig.

Weiter geht es nach Pezzo und dann über Asphalt zum Case di Viso. Heute ist Sonntag, die Italiener strömen in die Berge – Autos, Menschen, ein riesiges Festzelt am Ende des Dorfs. Wir drängeln uns vorbei, die Auffahrt ist hart: 6,5 Kilometer, fast 11 % Steigung auf Schotter. Die Beine werden schwerer, der Allerwerteste macht sich bemerkbar, doch die Kondition trägt uns Schritt für Schritt nach oben. Bald verschwinden die meisten Wanderer – die letzten Meter führen uns zur Rifugio Bozzi auf 2.420 Metern. Espresso, Schokolade, Fotos – dann weiter zum Gipfel.

Der letzte Anstieg: 190 Höhenmeter auf nur 500 m Länge. Steil, loses Geröll, Sand – das Schieben ist anstrengend. Das Tacho zeigt 40 % Steigung – alles andere als ein Spaziergang. Endlich erreichen wir den Gipfel auf 2.613 Metern, die Montozzo-Scharte. Panoramablick ins Val Montozzo, zwischen Ortler und Adamello. Alte Schützengräben erinnern an vergangene Kriege – heute nur friedliche Ruhe. Jürgen wechselt noch schnell Bremsbeläge, Routine für erfahrene Biker.

Dann beginnt die Abfahrt: teils fahrbar, teils laufend oder schiebend, immer wieder türkis schimmernde Seen im Blick, steile verblockte Passagen, rutschige Wurzeln, Naturtreppen. Eine wacklige Hängebrücke fordert Konzentration. Am Lago di Pian Palu kurze Pause – die Landschaft berauscht uns. Weiter bergab, Forstwege, kleine Nebenstraßen – bis Dimaro haben wir 1.000 Höhenmeter vernichtet.

Am Ortsausgang von Dimaro biegen wir links auf den MTB-Radweg Richtung Madonna di Campiglio ab. Langsam, dann steiler, windet sich der Schotterweg nach oben. Unterwegs treffen wir Thomas und Gerhard wieder, gemeinsam kurbeln wir bis in den mondänen Ski-Ort auf 1.595 m. Im Garni Hotel Arnica beziehen wir unsere Zimmer – heiß duschen, alles sauber und trocken.

Zum Abendessen Pizza gegenüber vom Hotel, in geselliger Runde mit Thomas und Gerhard, Biker-Gespräche inklusive. Ein Liter Rotwein, ein Grappa zum Abschluss – kulinarisch und gesellig perfekt. Den Abend lassen wir mit einem Spaziergang durch die Stadt und einer Kugel Eis ausklingen. Ein perfekter Tag zwischen Anstrengung, Naturgenuss und italienischem Flair.


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