Tag 2: Sattelberg – Fußendrass


Gesamte Tourdaten 
468 km – ↑ 12.927 hm – ↓ 13.412 hm – 7,5 Tage


Etappenlänge
44 km – ↑ 1.800 hm – ↓ 2.013 hm – Fahrzeit: 5:56 Std.


Zwischenstationen

  • Sattelbergalm
  • Sattelberg
  • Kreuzjoch
  • Flachjoch
  • Sandberg
  • Grossensaß
  • Zirogalm
  • Enzianhütte
  • Schlüsseljoch
  • Fußendrass
  • Unterkunft: Hotel Kranebitt

Tour Beschreibung

Der Blick nach draußen am morgen – sehr kalt, nebelig aber kein Regen. Also erst mal alles zusammen packen, dann laufen wir rüber zur Alm um zu Frühstücken. Hier zeigt das Außenthermometer 10 Grad.

Nach einem super Essen machen wir uns gestärkt auf den Weg, den ersten Gipfel zu erreichen: Der Sattelberg auf 2.085 m. Ich bin hier schon einmal 2010 hoch, aber damals aufgrund eines verbosten Bauern über eine Bike Schiebestrecke. Der Bauer nicht wollte, dass Mountainbiker über sein Grundstück fahren. Da er mittlerweile verstorben ist, hat sich die ganze Problematik gelöst und man kann wieder den „normalen“ Wanderweg benutzen.

Teilweise steile Passagen, die uns zum Laufen zwingen, aber auch mein gesundheitlicher Zustand erlaubt es mir noch nicht, zu 100% zu fahren. Aber ab & zu Schieben ist ja auch nicht schlimm. Erste Sonnenstrahlen treffen wärmend auf uns, der Nebel löst sich langsam auf und dadurch wird das Panorama immer besser. Alles in allem ist diese Passage viel angenehmer als das sehr steile Schiebestück, das wir 2010 nehmen mussten. Es macht Spaß, ist natürlich auch anstrengend, aber die tolle Umgebung und das Erreichen des Gipfels lässt alles vergessen.

Eine halb verfallene alte Bunkeranlage spiegelt ein düsteres Bild von ehemaligen Kriegsschauplätzen wieder. Für uns Biker ist der Brenner-Grenzkamm einer der einfachsten Hauptkamm-Pässe. Doch nicht nur das Panorama, auch Mussolinis Schießscharten und Bunker wirken beeindruckend. Die Strecke geht über den SattelbergKreuzjochFlachjochSandberg Sandjoch entlang der 2.000 Meter Grenze. Auf eine Länge von ca. 10 km geht es gerade mal 290 Meter hoch und 250 Meter runter.

Kaum haben wir den  Sattelberg erreicht, verliert Daniels Hinterrad an Luft. Schnell den Schlauch gewechselt und alles etwas näher betrachtet, aber wir finden keinen weiteren Fehler. Es dauert genau 30 Minuten, da verliert doch der Hinterradreifen erneut Luft. Das wäre ja schon zum 4. mal in 2 Tagen. Wir zerlegen jetzt den kompletten Reifen und suchen nach der Ursache. (wollten wir eigentlich schon gestern machen). Sieh da, wir haben den Schuldigen gefunden. Er fährt Schlauchlos mit Milch. Es hat sich eine leichte Latexschicht durch die Milch auf der Innenseite des Mantels aufgebaut. Das ist alles eigentlich kein Problem, aber dadurch, dass er gestern beim ersten Platten einen Schlauch eingezogen hatte, ist der auf diese Latexschicht immer hin und her gerutscht, bis letztendlich beim Ventil ein kaum sichtbares Loch einriss. Kaum hatten wir die komplette Schicht abgerubbelt, den neuen Schlauch eingelegt und aufgepumpt, hat alles wieder gehalten! Weiter gehts.

Dieses Jahr fahren wir nicht den Schotterweg hinunter, sondern laut Internetrecherchen soll hier ein toller Trail nach unten führen. Und was soll ich sagen, es war traumhaft. Durch Wiesen und Wälder schlängelt sich der Pfad immer bergab und immer Fahrbar. Super!

Je weiter wir nach unten kommen desto wärmer wurde es. Die Sonne hat ihre ganze Kraft entfaltet, wir schwitzen und machen erst einmal eine kleine Pause, denn der 2. Gipfel muss heute noch dran glauben – das Schlüsseljoch auf 2.212 m. Das bedeutet, wir müssen jetzt auf 9,5 km 920 Höhenmeter überwinden. Ein lohnendes Zwischenziel gibt es zum Glück: Die Zirogalm auf 1.760 m. Der Weg hinauf ist unspektakulär, manchmal sehr steil, die Hitze wird unangenehm. Meine Tabletten und die Kraftlosigkeit zwingen mich des öfteren vom Bike, dann lauf ich wieder ein Stück, so geht es abwechselnd immer weiter bergauf.

Die Aussicht auf der Hütte ist toll, ein Wassertrog mit frischen Quellwasser muss dran glauben, Thomas und ich stecken den Kopf ins eiskalte Nass – super erfischend! 2 Apfelschorlen und eine Portion Spaghetti später fahren wir weiter. Vor dem Gipfel ist es einfach zu steil und wir schieben alle. Der Übergang hat eine grandiose Aussicht – man kann rüber aufs Pfunderer Joch, unserem morgigen Gipfel, sehen.

Der Abfahrtsrausch auf der alten Militärpiste packt einen und man lässt es rollen so oft und lange wie nur möglich, Serpentienen, Schotter und Sonnenschein, Glücksgefühle überkommen einen.

Unten in Fußendrass checken wir ins Hotel Kranebitt ein. Was für ein toller Ritt bei herrlichem Wetter heute. Beim Abendessen wird das Erlebte nochmal Revue passieren lassen, die Träume im Bett sind schon beim Pfunderer Joch ….

 

 


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