Tag 1: Sankt Anton -> Zenisjoch


Gesamte Tourdaten
363 km – ↑ 11.020 hm – ↓ 12.916 hm – 6,5 Tage


Etappenlänge
27 km – ↑ 1.209 hm – ↓ 683 hm – Fahrzeit: 3:08 Std.


Zwischenstationen

  • Sankt Anton
  • Gasthaus Verwall
  • Konstanzer Hütte
  • Schönverwallhütte
  • Verbella Alpe
  • Unterkunft: Zeinisjoch

Vorwort

Schon ein Jahr ohne Alpencross, wie halte ich das aus? Gar nicht, deshalb habe ich 2 Kumpels gefragt, ob sie bei meinem Abenteuer dabei sein wollen: Uwe Kähler & Thomas Bärenklau. Uwe ist schon mit anderen einen AX gefahren, für Thomas wird es der Erste.

Ich hab uns eine Strecke raus gesucht, die nicht all zu anstrengend aber dennoch Herausfordernd ist. Die Albrecht Route kam mir da gerade recht –  in etwas abgewandelter Form.

 

Tour Beschreibung

Wir fuhren mit meinem Auto nach Sankt Anton bis zum Hotel Moserkreuz. Dort parkten wir und überliesen es 8 Tage seinem Schicksal.

Traumhaftes Wetter, alles verpackt, es kann los gehen Richtung Heilbronner Hütte. Zunächst auf Schotterweg Richtung Ferwall-Rasthaus. Traumhaft diese Idylle, immer auf gleicher Höhe auf knapp 1.450 Meter verläuft der Schotterweg bis zum kleinen Verwallsee. Das Wetter spielt doch tatsächlich mit, es ist ein herrlicher Sommertag, die Sonne spiegelt sich auf dem Wasser und wir beobachten das kleine Naturschauspiel. Leichten Trittes strampeln wir weiter bis auf knapp 1.600 Höhenmeter und treffen linker Hand auf die Konstanzer Hütte. Eine Rast ist uns noch zu früh, kurz vorm Aufstieg zur Heilbronner Hütte wollen wir eine längere Pause einlegen. Die Steigung wird größer ist aber sehr gut fahrbar. Sechs Kilometer weiter auf 2.060 Meter ist es dann soweit, wir erreichen die Brücke zum Einstieg auf die Heilbronner Hütte.

Wir genießen die Mittagshitze und das wirklich phänomenale Panorama. Das Wetter ist jetzt sehr angenehm, ein fast bayrischer weiß/blauer Himmel. Direkt am Flussbett füllen wir unsere Trinkflaschen mit frischem Quellwasser und auch der ein oder andere Riegel muss dran glauben. Thomas findet es so klasse hier, dass er sich kurzer Hand einfach in den Fluss setzt.

Der weitere Wegverlauf sieht schon sehr anstrengend aus. Der Aufstieg zur Heilbronner Hütte hat eine Länge von 1,5 Kilometer und es muss ein Höhenunterschied von 300 m überwunden werden, teils durch Tragen, meist durch Schieben aber nie fahrend und mit einer maximalen Steigung von 33% laut unserem Bikecomputer. Langsame, kleine Schritte, schwitzend und tief atmend, so kämpfen wir uns Meter für Meter nach oben. Man muss sich auch erst an den Rucksack gewöhnen, der mit einer Last von insgesamt 7-8 Kilogramm auf den Rücken drückt. Auch die Höhe ist für uns nicht alltäglich. Im heimatlichen Bikerevier kommen wir auf maximal 550 Meter hoch. Hier oben über 2.000 Meter ist die Luft schon etwas dünner und die Wege steiler.

Manch kleiner Felsbrocken im Weg zwingt uns dazu, das Bike drüber zu heben. Kurz weiter Schieben, dann wieder das Bike an einer natürlichen Steintreppe anheben. Das wechselnde Stoßen und Hochdrücken kostet Kraft. Zwischendurch immer wieder stehen bleiben und die tolle Aussicht genießen und natürlich durchatmen. Der Auslöser meines Fotoapparates will nicht ruhen, alles soll für spätere Erinnerungen eingefangen werden. Kurz vor der Hütte erstreckt sich ein 500 Meter fahrbares Plateau, dann ist der erste große Gipfel unseres Alpencross erreicht! Wir stehen schon ein wenig stolz am Passschild auf 2.320 Meter. Natürlich muss hier auch das obligatorische Foto geschossen werden. Wir überlegen kurz, ob wir noch genügend Zeit haben, uns in der Heilbronner Hütte etwas aufzuhalten.

Die Heilbronner Hütte ist eine seit 1926 bestehende Schutzhütte des Deutschen Alpenvereins. Sie liegt im österreichischen Bundesland Vorarlberg in der Verwallgruppe. Mit 2.320 Meter gehört sie zu den höchsten in der Verwallgruppe. Die Hütte verfügt inzwischen über 114 Schlafplätze und ist in der Regel von Mitte Juni bis Anfang Oktober geöffnet.

Es ist sehr sonnig hier oben, wir gönnen uns ein alkoholfreies Weizenbier und einen leckeren Kaiserschmarrn auf der Terrasse, super lecker und mit einer fantastischen Aussicht, das haben wir uns auch redlich verdient! Auf der Sonnenterasse können wir schon den weiteren Wegverlauf erkennen. Ein Schotterweg schlängelt sich eingebettet von Berggipfeln Kurvenreich hinab ins Tal.

Wir machen uns fertig und bis zum Gasthaus soll es nur noch bergab gehen – wie geil! Sehr gut fahrbarer Schotter in Serpentinen bis zum Kops-Stausee, das lässt die Anstrengungen der Auffahrt vergessen und entschädigt für vieles! Die Bremsen glühen an so mancher steilen Kurve, aber es macht enorm viel Spaß sich dem Rausch der Geschwindigkeit hinzugeben.

Ich habe von einem kleinen Trail gehört, den mal links zum Abkürzen nehmen könnte. Ein Wanderschild zeigt uns den Weg. Leider ist der Spaß nur vor sehr kurzer Dauer, denn der Weg ist so verblockt, dass an Fahren nicht zudenken ist. Wir schieben ein paar hundert Meter hinab. Kurze Zeit später ist der Spuk vorbei. Noch mal eine wirklich schöne Passage bergab, dann stehen wir von unserem ersten Etappenziel: Dem Zeinisjoch.

Ein uriger Gasthof erwartet uns, ein tolles Abendessen stärkt uns und ein kühles Bier bringt uns runter. Ein Gewitter zieht auf, draußen regnet es, dunkle Wolken ziehen durch, hoffentlich geht das nicht bis morgen früh so weiter. Im Kopf fahren wir jetzt schon wieder los …

 

 


Übersicht 2. Tag


 

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