Tag 5: Schiers -> S-chanf


Gesamte Tourdaten  
394 km – ↑ 11.788 hm – ↓ 12.305 hm – 5,5 Tage


Etappenlänge
68 km – ↑ 2.336 hm – ↓ 1.394 hm – Fahrzeit: 5:50 Std.


Zwischenstationen

  • Schiers
  • Küblis
  • Klosters
  • Davos
  • Dürrboden
  • Scalettapass
  • S-chanf
  • Unterkunft: Sporthotel Scalleta (geschlossen)

Tour Beschreibung

Ich muss mir gestern beim Risitenpass eine Blase gelaufen haben, denn beim Anziehen meines Bikeschuhs drückt es gewaltig an der Ferse. Nach näherem Betrachten behalte ich recht. Mit einem Pflaster behelfe ich mir, schauen wir mal, ob es hält. Jetzt aber erst anständig frühstücken, alles zusammen packen und dann in Schiers zum Supermarkt. Unsere Getränkepulvervorrat neigt sich dem Ende. Ab und zu Geschmack im Wasser tut ganz gut und ist eine willkommene Abwechslung. Schnell sind ein paar Riegel und Brausetabletten gefunden und der Tag kann beginnen. Natürlich wieder bei aller bestem Wetter!

Erstes Ziel ist heute Davos, bevor wir den Scalettapass bezwingen. Die Route wechselt zwischen Asphalt und Schotter. Ein kleiner Wiesentrail führt uns an einem Fluss entlang, ein toller Biketag beginnt. Es ist wieder drückend heiß, wir knacken heute wieder die 30 Grad Marke und müssen uns zwingen, ständig zu trinken. Ich habe ein kleines Problem: Meine Blase an der Ferse drückt. Deshalb steuern wir in der nächsten Ortschaft eine Drogerie an. Hier besorge ich mir entsprechende Blasenpflaster. Über dem Blasenpflaster fixiere ich mit entsprechendem wasserfesten Hansaplast, damit der Schweiß nicht alles auflöst und damit nichts verrutschen kann. Es geht weiter, hoffentlich hält das! Ach ja, in einem Bikeladen hat sich Jürgen noch einen Satz Bremsbeläge gekauft, sicher ist sicher.

Tolle Radwege, eine super landschaftliche Kulisse, wir kommen nach Klosters-Serneus, einem kleinen Städtchen mit rund 4.000 Einwohnern auf einer Höhe von 1.180 Meter. Ein spitzen Trail, leider bergauf und sehr steil, zwingt uns manchmal aus dem Sattel, aber egal, es ist einfach traumhaft schön hier. Eine kleine Umleitung wegen Holzfällerarbeiten zwingt uns, etwas von der Originalroute abzuweichen, alles halb so wild. Wir fahren um eine kleine Schutzhütte, dann führt der Strecke uns auf einen tollen Wiesen- und Waldtrail. Wieder zurück auf dem eigentlich geplanten Weg, führt diese durch den Wald immer weiter hinauf, bis wir an einem kleinen Bergbahnhof in Davos-Laret auf 1.530 Meter ankommen. Leicht bergab rollen wir von dort hinaus auf eine Wiese an den Schwarzsee. Ein toller Bergsee, Kinder plantschen und Familien machen Picknick, wir schließen uns an und machen eine kleine Pipi-, Foto- und Trinkpause. Aber viel Zeit wollen wir hier nicht verlieren, biken deshalb ein paar Minuten später auch schon wieder weiter.

Der Weg steigt wieder an, mal auf Schotter, dann wieder ein toller Trail, abwechselnd zwischen Wiesen und im Schatten spendenden Wäldern, bis er in Davos-Wolfgang seinen Höhepunkt auf 1.635 Meter erreicht. Von dort führt die Strecke wie auf einer kleinen Bobbahn im Wald, begleitet von Links/Rechtskombinationen, mal über kleine Wurzel bis wir am Davoser See heraus kommen. Gegen Mittag gelangen wir zur Davoser Innenstadt und Hunger schleicht sich ein. Im Supermarkt gibt es eine kleine Kantine, die für Kohlenhydratzufuhr sorgt: Spagetti und ein Eis. Dazu eine kalte Cola, tut auch mal ganz gut. In der Mittagshitze muss man aufpassen, dass man nicht zu träge wird und die Pause unnötig herauszieht, denn es warten jetzt nochmals 1.000 Höhenmeter Aufstieg zum Scalettapass auf uns.

Auf einer stetig ansteigenden, aber moderaten Auffahrt geht es zunächst Richtung Dürrboden. Man merkt kaum die Steigung, das Panorama ist wieder erste Sahne und wir genießen richtig die Fahrt hinauf. Der Blick zurück trifft nochmals auf das mondäne Davos. Gemütlich kurbeln wir weiter, rechts sehen wir einen Schotterweg, der immer parallel zu uns verläuft. Den hätten wir auch nehmen können, aber das kleine Sträßchen macht auch Spaß und kostet nur halb so viel Kraft. Auf der ganzen Auffahrt, die von Davosaus immerhin 11 Kilometer lang ist, kommen uns maximal 5 Autos und ein Jeep entgegen. Halt, eine Ziegenherde war auch noch dabei. An der bewirtschafteten Alm machen wir Pause. Wir treffen einige Biker, die hier an der Hütte rasten, um anschließend wieder zurück ins Tal zu fahren. Bevor der eigentliche Passübergang beginnt, gönnen wir uns am Fluss eine kleine Erfrischung. Ich strecke die Füße in den eiskalten Bachlauf und schütte mir das Wasser über den Kopf – herrlich! Jürgen legt sich kurzer Hand auf die Wiese und sonnt sich. Das Leben ist so schön!

Auf geht’s zum nächsten Pass, den Scalettapass auf 2.605 Meter. Mal gespannt, was uns hier erwartet. Auf jeden Fall tolle Aussichten, das sieht man schon vor hier. Der alte Säumerpfad lässt sich exzellent bewältigen, ohne das Bike laufend heben zu müssen. Eine Genugtuung gegenüber dem gestrigen Risitenpass. Der Weg ist breit genug, also viel Platz für Mensch und Maschine. Ab und zu eine steile Rampe, dann wieder mal ein flacheres Stück zum Ausruhen. Tolle Panoramen ergeben tolle Fotos, soll der Apparat auch mal was arbeiten. Etliche Bilder später, geht es weiter hinauf, bis wir an einer Kuppe eine Schutzhütte erkennen können, weit ist es also nicht mehr zum Gipfel. Wir brauchen insgesamt circa 60 Minuten zum Pass. Ohne Zweifel, ist auch dieser Aufstieg anstrengend, aber lange nicht so unbequem wie manch anderer Pass. Es war der am Best zu laufende Pass unserer Tour.

Auch dieses Panorama hier oben ist unbeschreiblich schön. Sonne pur, Berggipfel um uns herum und den kommenden Trail schon im Auge. Eine kleine Schutzhütte für Wanderer bietet hier bestimmt auch abends tolle Sonnenuntergänge und bleibende Eindrücke. Fotostopp, Posen am Passübergangsschild, Helm wieder auf und los geht das Vergnügen. Nur sehr wenige Stellen, an denen wir absteigen müssen, ein Singeltrail erster Güte. Schier endlos schlängelt sich der Weg in Richtung Tal. So könnte es ewig weiter gehen.

Über einem Bach wurde eine Holzkonstruktion gelegt, damit wir diesen unbeschadet überqueren können und weiter geht’s mit viel Flow Richtung Alp Funtauna und weiter hinunter ins Tal. Wir vernichten Höhenmeter um Höhenmeter und erfreuen uns des Bikerlebens. Die späte Nachmittagssonne lässt die Landschaft förmlich glühen, ein tolles Fotomotiv. Ich kann gar nicht genug bekommen. Im Tal bei Val Susauna müssen wir noch ein kleiner Gegenanstieg bezwingen, das war es dann auch schon mit den Höhenmetern des heutigen Tages. Weiter geht es auf der Straße nach S-chanf, unserem heutigen Etappenziel. Am Ortseingang biegen wir rechts ab und fahren in die Innenstadt. Keine 200 Meter weiter sind wir am Ziel. 

Das Hotel «Sasella» wartet schon auf uns Biker, denn im Biergarten schlürfen wir erst einmal ein kühles Weizenbier und stoßen auf einen super Biketag an. Als besondere Dienstleistung bietet das Hotel uns einen Wäscheservice, den wir dankend annehmen. Somit haben wir wieder eine komplett frische Ausrüstung im Rucksack. Das 3-Gänge Menü am Abend nehmen wir im Freien zu uns, es ist echt lecker und wirklich ausreichend portioniert. Der verdiente Grappa macht uns müde genug, um schon vom nächsten Tag zu träumen, es wird die Königsetappe!

 


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